Dienstag, 1. März 2011

Lebenszeichen

Hallihallo, wir leben noch. Nach nunmehr einer Woche hat sich der Schock etwas gelegt. Wie ihr sicher alle erfahren habt, gab es hier letzten Dienstag ein gewaltiges Erdbeben in Christchurch auf der Südinsel. Wir haben davon in den Medien bzw. von unseren Lehrern erfahren. Gemerkt haben wir hier in Wellington aber nichts. Mittlerweise sind schon 155 Leute tod und es werden immer noch viele vermißt. In den letzten Tagen wurde die Bevölkerung intensiv aufgeklärt, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält und was jeder Haushalt zur Vorsorge zu Hause haben sollte.
Da ich seit letzter Woche meine Englischkurse besuche ( 10 Stunden pro Woche ) wurden wir auch dort in jedem Kurs von den Lehrern über Notsituationen wie z. B. Erdbeben, Feuer, Tsunamie, Vulkanausbrüche, Storm oder Flut intensiv aufgeklärt. In Tinas Schule fand auch eine Übung statt.
Jetzt müssen wir uns nur noch mit allen Notfallsachen ausrüsten, dazu gehört z. B. 3 Liter Wasser pro Person pro Tag für 3 Tage mindestens, Taschenlampe, Transistorradio, Batterien, haltbare Nahrung ( Dosensuppen ), Erste-Hilfe-Ausrüstung, WC-Papier und vieles andere mehr.
Gestern Abend war es nun auch bei uns soweit. Ich habe mein erstes Erdbeben erlebt. Das Wetter war schlecht, es regnete und stürmte draußen. Es gab gewaltige Windböen, die ums Haus fegten, sodaß ich zunächst dachte, der starke Wind schüttelt unser Haus. Es dauerte nicht lange, vielleicht 20-30 Sekunden. Sebastian und ich saßen im Wohnzimmer und Tina kam aufgeregt aus der Küche, wo die Gläser im Schrank geklimmpert haben. Es war 10.07pm Ortszeit. Sebastian und Tina meinten, das war grad ein kleines Erdbeben! Wir waren alle aufgeregt und Sebastian schaute sofort bei Twitter nach. Auch andere hatten das Beben gespürt. Kurze Zeit später lasen wir im Internet nach, daß das Erdbeben zwischen der Nord-und der Südinsel in der Cook Straße passiert ist. Es geschah in einer Tiefe von 40 km und einer Stärke von 4,5.
Wir leben halt auf einem Pulverfass und hoffen sehr, daß wir von Schlimmeren verschont bleiben. Es ist ein traumhaftes Land mit sehr freundlichen Leuten und ein schöner Platz zum Leben.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, hängen wir mit unseren Einträgen etwas hinterher. Leider fehlt mir gerade die Zeit zum Schreiben, da ich intensiv englisch lerne und viele Hausaufgaben aufbekomme. Diese erfordern sehr viel Zeit und Anstrengungen für meine etwas eingerosteten grauen Zellen. Es wird alles nachgeholt, versprochen.

Bis bald, seid alle lieb gegrüßt und umarmt von Sebastian und Jana.