Sonntag, 24. Juli 2011

eine erlebnisreiche Woche-Donnerstag,10.02.


Heute erwartete uns der schönste, aufregendste und anstrengendste Tag der Woche. Nachdem wir Tina zur Schule gefahren hatten, machten wir uns auf den Weg zum Rimutaka Forest Park. Nach ca. 45 Minuten waren wir im Catchpool Valley, dem Eingang zum Park. Die Tore öffnen früh 8.00am und schließen zur gleichen Zeit am Abend. Wir fuhren noch ein Stück, bis wir den Parkplatz erreichten. Unsere Wanderung starteten wir auf dem Five Mile Loop Walking Track, einem gut ausgebautem, bequemen Wanderweg.


Nach etwa 2 km wechselten wir auf den Orongorongo Walking Track, der ebenfalls sehr gut ausgebaut war. Nach gut 6 km kamen wir über eine große Brücke zum Orongorongo River. Uns erwartete ein riesiges, ausgetrocknetes Flußbett durch das sich ein kleines Flüßchen seinen Weg bahnte.


Außerdem erschien uns dieses Fleckchen Erde von allen Menschen verlassen, aber denkste. Als wir Richtung Fluß liefen, kam ein älterer Herr aus dem Gebüsch und meinte, hier wäre eine Toilette, falls wir eine bräuchten. Wir staunten nicht schlecht, als wir inmitten der Wildnis ein WC-Häuschen sahen, welches gerade, von dem zuvor erwähnten Mann, einen neuen Farbanstrich bekam.


Nachdem mein Pa und ich, leider nur mit den Beinen, baden waren, besuchten wir dann auch die Toiletten. Man glaubt es kaum, aber sie waren sauber und es gab ausreichend Papier und fließendes Wasser für die Spülung sowie zum Händewaschen. Anschließend führte ich noch ein kleines Gespräch mit dem Mann, natürlich im Rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten. Es war aufregend und zugleich toll anderssprachig zu kommunizieren.
Da wir nicht den selben Weg zurücklaufen wollten, entschieden wir uns für den ca. 12 km langen Cattle Ridge Track und Buttcher Track. Schon nach den ersten Metern, nur steil bergauf, über Stock, Wurzeln und Gestein wollte meine Ma streiken und umkehren.

Aber wir konnten sie überzeugen und redeten ihr Mut zu. Teilweise mußten wir auf allen Vieren laufen, so schwierig war der Weg, der durch tiefstes Urwaldgebiet führte. An jedem dritten Baum war ein orangefarbenes Dreieck als Orientierungshilfe, ohne das wir uns sicher verlaufen hätten.
Vögel hörten wir nur ganz selten, da sie vom lauten Zirpen der tausenden Zikaden übertönt wurden. Das Geräusch war manchmal ohrenbetäubend. Man nennt dies hier in NZ: "Sound of Summer".


Der Pfad führte mehr bergauf als bergab, sodass wir irgendwann doch oben auf dem Berg ankamen und die herrliche Aussicht über die Berge bis nach Wellington genießen konnten. Meine Ma war so ziemlich am Ende ihrer Kräfte nach dem anstrengenden Aufstieg und sie wollte einfach nicht mehr. Es kam ewig kein Wegweiser und wir wußten nicht, wie weit und wie lange wir noch unterwegs sein würden.



Eines aber wußten wir genau, die Tore des Parks schlossen sich um 8.00pm und es war etwa zwischen 5.00pm und 6.00pm( die Zeit weiß ich heute nicht mehr so genau) und wir mußten noch irgendwie den Berg wieder runter. Mein Pa und ich ließen uns nichts anmerken und sprachen meiner Ma ständig Mut zu, dass wir das alles noch pünktlich zurück schaffen und wir auf dem richtigen Weg sind.

Endlich kam der erlösende Wegweiser zum Butcher Track und es ging stetig bergab. Heimlich und ohne dass meine Ma etwas hörte, gestanden mein Pa und ich uns ein, dass wir doch auch Angst hatten, nicht pünktlich hier raus zu kommen. Nun fiel uns natürlich allen ein Stein vom Herzen. Gegen 7.15pm erreichten wir völlig erschöpft, aber glücklich unseren Parkplatz.